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12. Juni 2007

“vendre des canards à moitié“

Todesmarsch der Armenier

Köppels Propaganda-Blatt
Enza Borlier

Verschwörungstheoretiker, Zahlenmystiker und Farbesotheriker dürften wohl die ersten gewesen sein, die in dem blauen Logo der Wochenzeitung Weltwoche das Sinnbild für Irrlehren und Weltherrschaft ausmachten. Hat doch kein geringerer als der Mönch aus Wittenberg, nebst vielem anderem gesagt:

„So kömpts doch endlich dahin, das an stat des evangelii und seiner auslegung widerumb von blaw enten gepredigt wird.„ Die „blauen Enten„ stehen als Sinnbild für die Irrlehre.

Herr Köppel, der rein äusserlich, zugegebenermassen aus etwas kurzsichtiger Perspektive und in schlecht Lavaterscher Manier, der „Mathias Richling„ der neoliberalen Szene genannt werden könnte, verwandelt sein Blatt immer mehr in den hinkenden Boten der SVP. In der neusten Ausgabe fällt die Redaktion einmal mehr über ihr ureigenes Feindbild, „der Frau in freier Wildbahn„ her. Die Schweizer Bundespräsidentin und ihr (durch das Blatt aufgedeckter) Versuch, der iranischen Regierung Nachhilfestunden in Sachen Holocaust zu vermitteln, ist erneut Gegenstand eines Artikels. Ein offensichtlich am Stil der Chefin verzweifelte/r EDA-Mitarbeiter/in hat sich offenbar am Busen Köppels ausgeweint und so werden uns im Artikel Interna von der chaotisch-kreativen „Madamme„, wie die Bundesrätin hinter ihrem Rücken genannt werde, aufgetischt. Mag sein, man könnte an dieser Stelle als Vergeltungsschlag ein Battalion Heulsusen aus Herrn Blochers Umfeld aufmarschieren lassen, aber denen ist mittlerweile sogar das Heulen vergangen. Die Weltwoche ist bekanntlich gegen die Schweizerische Rassismus Strafnorm. In den Ausgaben 42/43/2006 ist der Völkermord an den Armeniern absichtlich kontradiktorisch dargestellt worden. Bundesrat Blochers Aussage in der Türkei bezüglich der Schweizer Strafnorm ist ebenfalls bekannt. Alles in allem Vorgehensweisen und Aussagen, auf die ein ausgerotteter Indianer zu seinen Lebzeiten mit den Worten geantwortet hätte: „Der weisse Mann spricht mit gespaltener Zunge.„ (s. Bild, Köppel spaltet gerade seine Zunge mit einem spitzen Bleistift).


Die Bundespräsidentin jedoch, wenn sie spricht, spricht nicht mit gespaltener sondern höchstens mit einer etwas zu lockeren Zunge. Umringt von Diplomaten, die in der Regel bevor sie etwas sagen, lieber nichts sagen und flugs zum Kaviarnäpfchen greifen (mit vollem Munde spricht man bekanntlich nicht), ist sie ein Farbtupfer in der classe politique, die nun einmal à tout prix etwas bewegen will. Vielleicht hat sie das Buch Zivilcourage von John F. Kennedy gelesen. Ihre Näpfchen sind offenbar eher mit Fett als mit Kaviar gefüllt. Was nun die Weltwoche ausgelöst hat an Entrüstung und Empörung in der Welt, zeigt einmal mehr, dass ein gut verstandenes Missverständnis politisch mehr hergibt, als das Urteil gegen einen Völkermordleugner in der Armenienfrage. Köppel bezeichnete dieses Urteil als Peinlichkeit. Er schreibt unter anderem in seinem Artikel: Eine Diskussion solcher Vorgänge kann nicht Aufgabe der Justiz oder der Politik sein. Sie gehört in die historischen Seminare, und es muss erlaubt bleiben, auch scheinbar unumstössliche Interpretationen zu bezweifeln. Und am Anfang vergleicht er die Schweiz mit Staaten wie Nordkorea, Burma oder die Türkei, wo es an der Tagesordnung sei, dass man Leute einsperre, die aussagten, was von Staates wegen verboten sei. Lieber Köppel, das Gesetz ist eher so zu verstehen, wie jenes der üblen Nachrede oder Verleumdung gegen einen Verstorbenen. Es handelt sich eher um eine Frage der Pietät und des Anstandes. Es ist aber in der Tat ein „verzweifeltes„ Gesetz oder besser ein Gesetz aus Verzweiflung, aber dieser Zusammenhang entgeht Ihnen wahrscheinlich. Hier hat womöglich die Erziehung im Kinderhort versagt.

Für die Bundespräsidentin ist der Holocaust als Tatsache nicht interpretierbar und sie hat wohl einen Moment lang daran geglaubt, in einem von der Schweiz gesponserten historischen Seminar den Mahmud Ahmadinedschad und die seinen von dieser Tatsache zu überzeugen. Etwas bleibt aber bei allem Wohlwollen an der Bundespräsidentin haften, die Tatsache nämlich, dass gut gemeint leider das Gegenteil von gut ist. Das Köppelsche Blatt indessen ist nicht einmal gut gemeint.


M. Richling-/-R. Köppel

Man beachte den Unterschied in den Mundpartien.

Bei Richling - spöttisch locker, mit dem ihm eigenen Schalk.

Bei Köppel - Smiley mit zugekniffenen Lippen.

Aus Johann Caspar Lavaters (Physiognomik)

LIV.

Mund.

Scharf-gezeichnete, lippenlose, sich an den Enden aufwärts ziehende Mittellinie des Mundes, unter einer im Profil anzusehenden, bogigen (uneigentlichen) Oberlippe, von der Nase an gerechnet, sind selten anders, als bey schlauen, aktifen, industriosen, kalten, harten, schmeichelnden, und terrassierenden - Geizhälsen.

LV.

Mund.

Der ist sicherlich böse, der lacht, oder das Lachen zu verbergen strebt, wenn von Leiden eines Armen, oder den Fehlern eines Guten die Rede ist.

Solche haben gemeiniglich wenig Ober- oder Unterlippe, eine scharf-geschnittene Mittellinie des Mundes die an beyden Enden sich unangenehm aufwärts ziehet, und furchtbare Zähne.

Die Redaktion von Berena News distanziert sich natürlich von Lavaters Pseudowissenschaft. Für den mediterranen Geist ist sie eher eine Missgeburt aus dem Wesen nordischer, oder gar regional zürcherischer Verschrobenheit.