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advocatus diaboli

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A.F. Grazi

“Man hat mich, den Gegenspieler des advocatus dei abgeschafft, wohl um der eigenen Heiligsprechung nicht noch Steine in den Weg zu legen.“ (Advocatus diaboli a.D.)

Der Advocatus diaboli wurde 1983 von Johannes Paul II. abgeschafft. Dieser lateinische Ausdruck bezeichnete ursprünglich in der römisch-katholischen Kirche die Person, die im Verfahren der Selig- bzw. Heiligsprechung Argumente gegen die besprochene Persönlichkeit zu sammeln und vorzutragen hatte.

In diesen Ostertagen vernimmt man, dass die katholische Kirche sich anschickt, die alte Lithurgieform der tridentischen Messe wieder vermehrt zuzulassen. Für Nichtkatholiken eine Tagesschaunachricht, welche weniger aussagt, als die traurige Botschaft: “Über 200 Osterhasen durch Osterverkehr zu Tode gefahren.“

Dieses Gerangel um die alte Lithurgieform scheint ein Dauerthema unter Katholiken zu sein. Die einen wollen den Priester von hinten sehen, wie er mit Gott auf lateinisch spricht, die andern wollen ihn von vorne sehen, wie er mit den Gläubigen spricht. Die rückwärtsgerichteten Gläubigen wollen einen vorwärtsgerichteten Priester sehen, der z.B. das Wort Atomkraftwerk nicht sagen kann, weil es damals, als Latein noch eine lebendige Sprache war, gar keine Atomkraftwerke gab. Sie wollen nicht hören, dass der Priester sich in weltlichen Atommüll einbringt und das in einer Sprache, welche gar Ortsansässige verstehen. Gott gab uns das Uran, damit basta.

Ostern ist vorbei und wir können zur Tagesordnung übergehen. “Ich glaube an Gott, umgekehrt bin ich mir nicht so sicher.“ (Werner Schneyder, Kabarettist)

In Sachen Heiligsprechung läuft zur Zeit das Verfahren um Johannes Paul II. , habe dieser doch aus dem Jenseits eine Nonne von Parkinson geheilt. Es geschehen zusehends Wunder. In Afrika heilt ein Staatsoberhaupt mit grüner Salbe Aidskranke. Yahya Jammeh, Präsident des afrikanischen Staates Gambia, "heilt" AIDS mit Koran und Kräutern. Uriella, die weisse Gottesanbeterin ist wieder auf dem Vormarsch. Jesus hätte ihr befohlen, ihrem Mann Icordo nahezulegen, dieser solle seine langen Haare abschneiden. In Zeiten individueller Vereinsamung mehren sich die Begegnungen der dritten Art. So werden wir denn heimgesucht und von allen Seiten zugemüllt mit Strahlen aus dem Dies- und Jenseits.