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Weisse Haut mit Tintenklecksen

Herrenmenschen

Erschreckendes in Sachen Tattoos aus der Naziszene

Ein verdeckter Ermittler des Inlandgeheimdienstes STS (Staatsschutz-Terrorabwehr-Sehnah) liess gegenüber der Redaktion verlauten, dass bei einem geheimen Zusammentreffen paneuropäischer Nazigrössen und Strategen in Kameram ihre interne Diskussion bezüglich der der Skins oder besser Boneheads wieder aufgenommen wurde. Erik Blüchers (Norsk Front) Strategie sei zwar richtig, die Skins seien die grösste paneuropäische Gruppierung zur Rekrutierung von Soldaten in Sachen “white terror“ oder “blood and honour“, so eine Stimme, die der Informant (ohne Gewähr) dem flüchtigen Revisionisten Jürgen Graf zuordnete. Sie bringe aber nach dem Endsieg einen Haufen Probleme mit sich. Die Säuberung sei aufwandmässig nicht mit dem Röhm-Putsch zu vergleichen. Wörtlich sagte er: “Solche Müllberge kann man nicht einfach entsorgen.“ Ein älterer Herr habe in der Folge nur sarkastisch gesagt: “Ach was, freut euch doch auf die schönen Lampenschirme, welche - oh Wunder - das richtige Logo aufgedruckt haben“. (Lachen in der Runde) Ein weiterer Anwesender: “Man kann nicht mit einem Haufen fettleibiger Fastfood fressender Untermenschen einen gesunden Volkskörper heranbilden. Erbmassen aus Fett und Tattoofarbe verursachen dem Führer noch im Grabe unerträglichen Brechreiz. Der Übermensch zeichnet sich nicht durch Übergewicht aus, sondern durch riefenstahlschen Körperbau.“ Ein junger, hochgewachsener, blond gefärbter, gut gekleideter Mann habe sich zum Thema Tätowierungen noch wie folgt geäussert: “Gott Wotan hat die arische Rasse rein und weiss geschaffen, ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, wieso man ein solches Geschenk mit derart abstrus-hässlichen Negermalereien verunstalten kann. Alle haben doch schon einmal ein Portait von Reinhard Heidrich oder die Filme “Fest der Völker“ und “Fest der Schönheit“ gesehen.“

Reinhard Heidrich
Tintenklecksfreie Herrenmenschen

Offensichtlich geben den Chefideologen der rechtsradikalen Szene solche “Entartungen“ und die Tatsache zu denken, dass sich fast nur Sozialfälle und andere zu kurz-Gekommene in ihren Reihen einfinden und dass deren Bildung entsprechend zu wünschen übrig lässt. Solche Aussagen zeigen, wie pervers echte faschistische Gesinnung ist und es ist erschreckend, dass man sich dabei ertappt, dem angedrohten “Genozid“ unter ihresgleichen eine affirmative Haltung entgegenzubringen. Wir haben uns weit entfernt von der neutestamentarischen Feindesliebe. Wie sagte doch Brecht: “Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“


Kulturgeschichte der Tätowierung

Im Naturhistorischen Museum Wien fand 2006 unter dem Titel Lebensspuren hautnah eine Ausstellung über die Kulturgeschichte der Tätowierung statt. Tätowierungen hatten ursprünglich im Westen das Stigma des Matrosen oder Sträflings, erfreuen sich aber spätestens seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder größerer Beliebtheit und sind vorwiegend Ausdruck einer Jugendkultur, die im Rahmen ihrer auf das äußere Erscheinungsbild gestützten Identitätsfindung auch mit Techniken wie dem Piercing, Branding auf archaische Praktiken vorzivilisatorischer Kulturen zurückgreift.

(Textquelle: trod.ART Verlag / Lebensspuren. Museum der Siegel und Stempel, Wels)

Die Geschichte der Tätowierung in Europa wird auch immer begleitet von der Geschichte des Verbots der Tätowierung. Im alten Rom war Konstantin 1. (287-337 n. Chr.) der erste Kaiser, der die Hautzierden untersagte. Er betrachtete die Tätowierung als "Blasphemie" und als "heidnischen Brauch". Das späte Christentum verbot das Tätowieren, um den Menschen von der Verunstaltung göttlicher Schöpfung abzuhalten. Eine konsequente Fortsetzung fand das Verbot im Konzil des Britischen Rats der Kirchen von Kalkutta in Nordthumberland (England) im Jahr 787 n. Chr. Papst Hadrian I. verbot ausdrücklich alle Formen des "Stechmalens" in der alten Welt, die damals eine Römisch-Katholische war. Während der nächsten tausend Jahre wurden stets ähnliche Verfügungen erlassen.

DDR - Ebenso verboten war die Tätowierung in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Wer dabei erwischt wurde, musste mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Zudem wurde genau dokumentiert, wo die als "asozial" verunglimpften Personen ihre Tätowierungen besaßen, um eine etwaige Ergänzung sofort härter bestrafen zu können.

La bella Angora

1911 wurde in Deutschland das Verbot "vollständig tätowierter Damen" ausgesprochen. Damals war die "Unkultur" der Tätowierung gleichfalls lange Zeit verpönt. Wenn sich jemand tätowiert zeigte, dann im Rahmen eines aufsehenerregenden Spektakels in den kleinen Schaubuden am Rande der Jahrmärkte, in denen Freaks ihre Körperabsurditäten dem zahlenden Publikum präsentierten.

Mit steigender Bedeutung der Nationalsozialisten wurde das bis dahin tolerierte öffentliche Zurschaustellen von tätowierten Körpern stark reglementiert und schließlich gänzlich untersagt und verboten. Die erste dieser Verordnungen, die das Zurschaustellen von Tätowierten in Preußen untersagte, war der "Brachtsche Erlaß" von 1932, der dieses Verbot damit begründete, dass in Deutschland nun eine "neue Sittlichkeit" herrsche. Die Existenz zahlreicher tätowierter Menschen und Schausteller war damit ruiniert. Ein Jahr später mussten sie sogar flüchten, als die Nazis alles untersagten, was den Bestrebungen des nationalsozialistischen Staates für ein gesundes Volksempfinden widersprach.

Tausende von Tätowierten verschwanden in den Konzentrationslagern wo perverse KZ-Aufseher sich indes nicht daran hindern ließen, tätowierte Haut als Lampenschirme zu konservieren.

Nach dem 2. Weltkrieg erlebte die Zunft des Tätowierens auch in den Vereinigten Staaten einen kurzzeitigen Einbruch.

Vorläufiger Tiefpunkt war das Tätowier-Verbot ausgerechnet in der multikulturellen Metropole New York. Seriöse Tätowier-Studios wurden in die Illegalität gedrängt. Das Gesundheitsamt begründete das Verbot mit der Hepatitis-Gefahr, die beim Tätowieren bestünde. In Wirklichkeit aber glaubten die Behörden und Politiker an eine enge Verknüpfung von Tätowierung und Kriminellen und dass

Tätowierungen automatisch ein Synonym für Kriminalität seien.

In unsere heutige Zeit reicht, zeigt das Beispiel Schweiz. Im Kanton Bern war es noch bis 1996 offiziell verboten sich tätowieren zu lassen. Im Gesetz wurde dies als Körperverstümmelung bezeichnet.