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29. März 2010

Actus Fidei:

Der göttliche Blasenstein und das Zölibat

Pater Gabriel Amorth, der bekannte Chef-Exorzist der Diözese Rom

Anna Felizitas Grazi


Wenn zurzeit tausende von Katholiken, gegeisselt von Albträumen widerlicher Abartigkeiten, aus dem Dämmerschlaf gnostischer Verklärtheit in eine Gegenwart realer Scheinheiligkeit aufwachen, so könnte man als Gläubiger beinahe zum Schluss kommen, dem Schöpfer sei nun endgültig der Kragen geplatzt. Dem ist leider nicht so, denn der Schöpfer hat bekanntlich einen Kragen aus Gummi wie wir von Auschwitz und anderen historischen Begebenheiten her wissen. Auch zu Zeiten der heiligen Inquisition ist er hienieden nicht tätig geworden, gerade so, als habe er seine hell leuchtende Vorfreude gehabt an den irdischen Fegefeuerchen. So hat denn auch gebratenes Hexenfleisch Volk und Klerus über eine lange Zeit in Verzückung gebracht und in den himmlischen Folterkammern tobte sich der unheilige Geist dergestalt aus, dass sich die Balken bogen. Als bibeltreuer Christ kommt man nicht umhin anzunehmen, dass sich die Lichtgestalt Luzifer den Kirchenstaat und seine frommen Vasallen unter den Nagel gerissen hat. Aber auch die Existenz eines Luzifers ist leider nur klägliches Wunschdenken angesichts der Möglichkeiten humaner Verirrungen. Dem Exorzisten der Erzdiözese Rom, Pater Gabriel Amorth, bleibt demnach nichts anderes übrig, als den Teufel mit dem Belzebuben auszutreiben.

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Kant hat den Ansatz der Aufklärung ganz bewusst auf die Religion gerichtet, da die Herrschenden erkannt hätten, dass diese als Mittel der Unterdrückung besser herhalte, als beispielsweise die Aesthetik oder die Wissenschaften.

Wie fast kein anderer Herrscher hat es der deutsche Kaiser Heinrich II verstanden, sich die Kirche an seine Seite zu stellen. Die Ehe Heinrichs mit Kunigunde von Luxemburg blieb kinderlos. Auf der Synode im Jahre 1007 macht Heinrich mit den folgenden Worten Gott zu seinem Erben:

„Um der künftigen Wiedervergeltung willen habe ich Christus zu meinem Erben erwählt, denn auf Nachkommen kann ich nicht mehr hoffen.“

Der Grund der zur Josefsehe umgedeuteten Kinderlosigkeit des Kaiserpaares dürfte die operative Entfernung eines Blasensteins Heinrichs in Montecassino gewesen sein, bei der auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Im Jahre 1022 ordnete Papst Benedikt VIII. auf der Synode zu Pavia gemeinsam mit Kaiser Heinrich II. an, dass alle Geistlichen künftig nicht mehr heiraten durften. Da es für Priester üblich wurde, die Heilige Messe täglich zu zelebrieren, wurde vordergründig die kultische Reinheit ins Feld geführt, doch weitaus wichtiger und wohl eigentlicher Grund für das Zölibat wurde die Tatsache, dass sonst Kirchenbesitz an die Kinder der Geistlichen vererbt worden wäre. Aus Schaden wird man klug und in diesem Fall war der Schaden wahrscheinlich ein von Gott selber geworfener Blasenstein*. Verstöße gegen den Zölibat wurden mit Kirchenstrafen belegt, und bereits verheirateten Geistlichen wurden Amt und Besitz entzogen. Seit dieser Zeit tasten Kleriker Ministranten, Chorknaben und andere schutzbefohlene Kinder nach heiligen Blasensteinen ab - oder so ähnlich.



* Zitat Josef Ratzinger alias Benedikt XXVI:

Das Zölibat ist ein Geschenk Gottes, das nicht dem Zeitgeist geopfert werden soll.

Bischof Bernhard Schwammer (Diözese Berena):

Wo kämen wir hin, wenn jeder glauben würde was er glaubt und nicht was er zu glauben hat?

Die Urologie in der arabischen Medizin und im Mittelalter

Im Mittelalter werden vor allem die Lehren Galens als Grundlage des medizinischen Handelns angesehen. Wesentliche Neuerungen auf dem Gebiet der Urologie sind nicht zu verzeichnen. Ganz in der Tradition des Hippokrates lehnen es die Ärzte und Chirurgen (diese wurden im Allgemeinen nicht zu den Ärzten gezählt) des Mittelalters ab, Steinleiden zu operieren. Dieses wird Steinschneidern und Hebammen überlassen.

Avicenna aus Buchara (980–1037) reproduziert in seinem Werk Canon medicinae die Lehren Galens, beschreibt jedoch zusätzlich genau die Niereneiterung und ihre Folgen. Erstmals erkennt er die Eigenständigkeit des Blasensteinleidens und verwendet geschmeidige, mit Blei verstärkte Lederröhren als Blasenkatheter. Albucassis (936–1013) aus Córdoba (11. Jahrhundert) befasst sich intensiv mit dem Katheterisieren der Harnröhre, der Blasenspülung und der Blasensteinoperation (die er jedoch nicht selbst ausführt), wie sie Paulus von Aegina beschrieben hat. Sein Wissen publizierte er in einer 30-bändigen medizinischen Enzyklopädie, die für Jahrhunderte zu einem chirurgischen Standardwerk wurde. Peter von Argelata führt in Bologna als einer der wenigen Chirurgen eigenhändig Steinoperationen aus. Arculaneus von Padua beschreibt erstmals die Hydrozele und Varikozele sowie deren Therapie und gibt präzise Angaben zur Behandlung des Harnverhaltes.