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12. Jan. 2008

Brainmovies von "little Hollywood"

Bild Berena-Press

Die Nationalgalerie als Kino der anderen Art

Die Sehnaher Künstlergruppe "little Hollywood" wollte ursprünglich Musik machen. Alle vier studierten an der Hochschule für Design in Berena, wo sie sich auch kennengelernt hatten. Ihre Performances waren stark von Laurie Anderson inspiriert, so dass sie von dieser Kunstform wieder abliessen. Der Fotograf Dan Hall und die Bühnenbildnerin Franca Phon (bürgerlicher Name Dora Weil) begannen mit gemeinsamen Photoarbeiten. Selma Hall (Schwester von Dan) und Paolo Eller, beides Studenten der Modeklasse von John Simms, brachten die Idee von "little Hollywood" und dem Brainkino mit in die Gruppe. Die vier betreiben einen regelrechten Starkult mit ihren Protagonisten. Ihre bekanntesten Figuren sind Actor DAN und Diva She-La. DAN die Gliederpuppe mit dem Kopf eines Ausserirdischen und She-La eine Ankleidepuppe im Monroe-Look. B-Movie Darsteller X-large-BEN mit Schnurbart brilliert insbesondere in seiner Paraderolle als Jesus am Kreuz. In weiteren Rollen, Paranoia Blond und ihr Bruder Seymour Blond, zwei antike Puppen vom Trödelmarkt. Als Requisiten verwendet die Gruppe meist Alltagsgegenstände wie Büroutensilien, Küchengerät und anderes mehr. So wird in Time-Maschine etwa eine alte Stalllaterne eingesetzt. Die ersten digitalen Bilder entstanden direkt auf dem Scanner, da zu dieser Zeit die Digitalkameras noch nicht auf dem Markt waren. Der Kopf von DAN ist der Kartonschädel eines Fuchspelzkopfes, einem Mantelkragen, den Damen in Zeiten getragen hatten, als das Pelztragen noch in Mode war. "Little Hollywood" verzichten bewusst auf bewegte Bilder. Das Brainkino werde im Kopfe des Rezipienten abgespielt und nicht auf einem Bildschirm. Einerseits werden zur Produktion nur digitale Medien eingesetzt, andererseits wird der Betrachter angehalten selber wieder Geschichten zu erfinden, ein bewusst konservativer Ansatz, so die Gruppe. Die Ausstellung mit grossformatigen Werken der Künstler ist bis am 30. März 2008 in der Nationalgalerie zu sehen. Die beiden Kataloge "little Hollywood I" und "little Hollywood II" sind im Buchhandel erhältlich. Auf folgenden Links sind diese digital abrufbar.

Hollywood I

Hollywood II