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26.01.2019

Digitalismus und Lumpendigitariat

oder wie aus denkeln Wurst wurde…

eine todernste Satire von HUS

Plötzlich ist der Begriff künstliche Intelligenz im Mainstream angekommen. Die Digitalisierung hatte wohl den unangenehmen Beigeschmack der Einfalt. 0 und 1 Journalismus war irgendwie unter der Würde eines Schreibenden, der ausnahmsweise intelligent wirken wollte. Mit 0 und mit 1 lockte man niemanden hinter dem Ofen hervor. Wer im Debattierclub-TV einen Sessel wärmen will muss den Anschein geben, etwas von dem zu verstehen, was künftig Maschinen auszeichnen soll.

Grips!

Ja Grips meine Damen und Herren.

Grips ist sehr gut beschrieben in der „Phänomenologie des Geistes“ von Hegel. Grips heisst „Auffassungsgabe“. Ein Eimer der 10 Liter fasst, kann mit zehn Liter Wasser gefüllt werden, das ist Grips.

Hegel ging einen Schritt über H2O hinaus. Für ihn war Grips so etwas wie „das Ende des Denkens zu Ende denken“. Oder: „da zu denken anfangen, wo das Denken aufhört“. Kurz, über das Denken nachdenken. „Ich denke, also bin ich nur weil ich denke, dass ich denke, und auch das ist zuweilen nicht immer sicher oder?“

Die Zeit naht, wo der Clubteilnehmer via Kopfhörer mit seinem Taschenrechner verbunden ist und dieser als Souffleur ihm realtime all das vermittelt, was er gerade vergessen oder gar nie gewusst hat oder nie im Leben wissen wollte. Der Rechner hört nämlich mit, analysiert und schlussfolgert. Das kann mitunter zwar noch in die Hosen gehen, denn wer kennt nicht diese blöde Hilfe im Smartphone, die dauern abändert, was man gerade eingetippt hat. Mit anderen Worten, der Flip-Flop der AD-und der DA-Wandler, Piezokristalle, boolesche Algebra oder gar fuzzy- oder polykontexturale Logik, sind in der Gesellschaft angek… Was? Sie wissen nicht von was ich spreche? Genau, diese Dinge sind nicht Gegenstand der Debatte, es geht ja um Roboter jeglicher Couleur, sogar solche, die eines Tages einen Satz mit ICH beginnen und die per Algorithmus oder besser Knopfdruck unter dem Rock sogar stottern können wenn wir es denn von ihm verlangen. Roboter, die z.B. folgendes stottern „d d d das B B Bi Bi Bi Bieri Trilemma im Nachtzug nach Li Li Li Lissabon.“

Es geht um Roboter die ein echtes Burnout haben können und nicht nur ein simuliertes wie die echten Men…. (Nein, neeeein sorry musste schnell den SVP-Modus ausschalten, habe nämlich vorher über Schafe und Ziegen, Glocken und Treicheln geschrieben.) Und es geht um Roboter, die mehr können, als unsere dementen Alten im Altenheim über den Tisch zu ziehen. „Hallo Oma, ich bin dein Kuschelseehund Sony. Ich ersetze dir deine beschäftigten Enkel, sie müssen gerade gamen.“

Aber vielleicht erzähle ich mal ein wenig aus meinem Leben. Schon als Kind haben mich Maschinen fasziniert. Ich habe sie gerne seziert und in Einzelteile zerlegt. Ich war richtig geil auf Zahnräder. Ich war so etwas wie ein präpubertärer Zahnradfetischist. Mein Vater war eher der Meinung, meine Leidenschaft habe etwas Zerstörerisches an sich. Im Gegenteil, ich habe meinen Gegenstand analysiert. Natürlich sind die Dinger danach nicht mehr zu gebrauchen gewesen. Nun muss man aber wissen, dass das Besondere erst über die Induktion zum Allgemeinen wird. Ich hatte damals keine Theorie des Allgemeinen. Ich verspürte nur den unbändigen Forscherdrang oder besser den Trieb etwas auseinander zu nehmen. Ich wollte nur wissen, was die Welt im Innersten zusammen hält, oder besser wie das Uhrwerk der goldenen Taschenuhr, ein Erbstück das vom Grossvater an den Vater übergegangen, beschaffen war. So war denn meine Deduktion, Trieb- und nicht Theorie gesteuert. Mit anderen Worten, das Allgemeine war die Tatsache, dass ich überhaupt da war und das Besondere ergab sich aus jenen Momenten, in denen mein Vater meinen Wissensdrang hinterfragte, in dem er mir den Hintern versohlte.

Die dumme KI funktioniert wahrscheinlich ähnlich. - try and error. Da mein Gehirn und meine Motorik noch nicht im Stande waren, Uhren die ich zerlegte, auch wieder zusammensetzen, wiederholte ich die Prozedur an anderen Gegenständen, darunter ein Morse-Telegraf und ein alter Plattenspieler mit einer Fliehkraftkupplung. Die Fliehkraftkupplung war so etwas ähnliches, wie der Tempomat, den neuere Autos serienmässig eingebaut haben, nur eben mechanisch. Es wird noch einige Zeit dauern, bis ein Industrieroboter aus eigenem Antrieb all die Uhren Wecker und Küchengeräte demontieren kann, die ich schaffte, so dass er nach getaner Arbeit jeweils einen Haufen Einzelteile sortieren kann. – Aber theoretisch ist eine solcher Terminator wie ich es in jungen Jahren war sicher auch denkbar.

Als ich damals im Bundesamt für Kultur anfing, standen überall IBM Kugelkopfschreibmaschinen herum. Als IT-Spezialist musste ich in einer früheren Anstellung Schreibautomaten (neben den sogenannten Nadeldruckern gab es auch Kugelkopfdrucker) reparieren. Man musste alles noch selber reparieren. Man musste Diskettenlaufwerke justieren (vergessen Sie den Begriff Diskette sofort wieder). Vergessen sie auch das Verb reparieren. Es wurde durch wegschmeissen ersetzt. Wenn eines Tages ihr geliebter Sexroboter kaputt geht werden Sie ihn wegschmeissen, auch wenn die Stöhnautomatik im Grunde noch funktioniert - einfach nicht genau da wo Sie es möchten. Aber jetzt bin ich schon wieder in der Zukunft. (Oder haben Sie schon einen?)

Im BAK angekommen, vor vielen Jahren, war ich der erste fest angestellte Informatiker in der Geschichte des Amtes. Es waren von einem externen Kollegen bereits 5 PC‘s bestellt worden. Diese waren für die Sekretariate gedacht. Die Sachbearbeiter und Bundesrats-Reden-Schreiber (BRS), schrieben mit gespitzten Bleistiften oder der privaten Hermes Baby, einer Typenhebelschreibmaschine aus Schweizer Fabrikation. Das sollte sich ändern. Man war bestrebt, dass alle MitarbeiterInnen (Im BAK war auch das Büro für Gleichstellung angesiedelt, damals als Sektion für Gleichstellung) direkt in einen PC schreiben sollten, damit das Abtippen der Schreibe wegfiel und die Sekretärinnen nur noch die Dokumente formatieren, ausdrucken und in Couverts oder Mappen abfüllen mussten. Für einzelne KollegInnen (wobei die –Innen weniger Schwierigkeiten hatten als die -en) war das Schreiben auf einer Tastatur sehr einschneidend. Am Anfang gingen zuweilen bis zu zehn Seiten Tagesarbeit verloren, weil man das Abspeichern schlicht vergessen hatte und der Computer auch mal abstürzte. Das war jene Zeit, als grosse Arbeitsspeicher noch eher selten waren und alle Leute immer alle Programme geöffnet hatten. -

Die Telefone hatten schon Tasten. Die Wählscheibe war schon weitgehend Geschichte. Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie man Buchstaben und Zahlen durch einen Draht bringt? Buchstaben und Zahlen erscheinen Ihnen doch meist in Gruppen, Blöcken, Wörtern, nebeneinander. Man nennt das parallel. Sie müssen demnach diese parallelen Gruppen seriell durch das Kabel wursteln. Ja ich weiss, Sie haben W-Lan. Aber auch wenn Ihre Daten durch die Luft fliegen, gurken Bit für Bit, first in first out, seriell von A nach B.

OK mit der Zeit hatten alle im BAK ihren PC und diese waren sogar mit einem LAN-Kabel an einem Server angebunden. Wir hatten also ein local area network, ein LAN. Das war bevor das W-LAN kam. Das W-LAN sagten einige, sei schädlich. Nachdem der Elektriker die access Points installiert hatte, klagte eine Dame über Kopfweh wegen der Strahlung. Interessant dabei war das Phänomen, dass der Sender noch ausgeschaltet war. Strahlung, dachte ich, die schon strahlt, wenn sie realiter gar noch nicht strahlt, muss etwas Gefährliches an sich haben. Das nur nebenbei. – Nein halt! Noch etwas muss ich loswerden. Es gab Leute (Leute ist ein gutes Wort, man muss nicht LeutInnen schreiben) die einen Rosenquarz auf den Bildschirm stellten. Rosenquarze hätten, so hiess es im Volksmund, die gute Eigenschaft, die Strahlung der Kathodenröhre (Das war vor dem LCD Screen) zu absorbieren. Ich stimmte dem insofern ungehemmt zu, vorausgesetzt der Rosenquarz würde den Bildschirm komplett abdecken, so dass die schwache Röntgenstrahlung sich im Klotz mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren würde.

Die Leute im BAK begannen also auf ihren PC’s zu schreiben was das Zeug hält. Abgespeichert wurde auf persöhnliche Ordner auf dem Server. Lokal sollten keine Daten gebunkert werden. Ich allein hatte den Schlüssel zum Serverraum und zum feuerfesten Schrank mit den Backups, welche dayly und weekly auf Band gemacht wurden. Ich hatte demnach das ganze Amt in der Tasche. - Als gleichzeitiger Sicherheitsbeauftragter habe ich mich dann entmachtet und ein zweites Backup extern untergebracht. Noch gab es keine Weisungen in dieser Angelegenheit, da Weisungen in der Regel erst erfolgen, wenn etwas passiert ist. Dem sagt man posteriori anstelle von präaktiv oder präventiv. In guten Zeiten war ich so etwas wie präaktiv. Zunehmende Verbürokratisierung hat mich lethargisch gemacht. Ich dachte fortan wie der Mainzer, der Mainzer sagt: „Bevor ich mich ufreg, ist es mir lieber egal.“
Kollegen von mir reagierten wie in der IT Brachnche üblich auf englisch.

BURNOUT

Zum zweiten Backup hatte ich keinen Schlüssel. Es ist nämlich fast unwahrscheinlich, dass zwei IT-Personen parallel wahnsinnig werden und alle Daten z.B. aus Hass gegen das Establishment löschen. Es sei denn, sie verschwören sich wie die Gilet jaune, Jehovas Zeugen oder sie stehen unter dem Einfluss von Aleister Crowley. - Nun das BAK war und ist heute mehr denn je eher ein harmloses Amt, ein wenig zu vergleichen mit der Landeslotterie.

Das hat alles nichts aber auch gar nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun. Was aber ist die natürliche Intelligenz? Existiert sie überhaupt? Ist sie nicht ein wenig vergleichbar mit der Strahlung, die nicht strahlt? Strahlung die nicht strahlt könnte man Meinung nennen und die muss nicht per se intelligent sein oder? Die Kabarettistin Lisa Fitz hat kürzlich gesagt: Man soll seine Hirnschwäche nicht als ICHstärke ausgeben. - Nun ein Rasenmäher- oder Staubsaugerroboter ist noch lange kein KI getriebenes Gespenst. Schliesslich ersetzt er ja “nur“ die Putzfrau und den Hilfsgärtner. – Aber eben, das Proletariat ist vorne auf der Liste der Joblooser. Eigentlich sollten wir von einem Digitariat sprechen. Das sogenannte Lumpenproletariat, das sind Leute, die abends um Ölfässer herumstehen und sich die Hände im Feuer reiben, als wollten sie demnächst mit Arbeiten beginnen. Frei nach dem Motto, packen wir’s. Die sind von der Digitalisierung zum Glück nicht betroffen. Eher die Leute die beim RAV oder der SOZ angestellt sind. Sie könnten mit der Zeit wegrationalisiert werden. Der Obdachlose ist dann per Handy mit seinem Sozialavatar verbunden und dank Facebook ist er mit anderen brennenden Ölfass-Communitys verbunden und kann sich mit ihnen über social Firewalls unterhalten. (http://www.berenanews.com/berena131.html)

Man munkelt ja, dass auch der Arzt ein Auslaufmodell ist. Der Arzt? Warum, der Arzt und warum nicht der Jurist? Warum soll das salomonische Urteil nicht aus der Waagschale von Big Data kommen. Zugang zu allen weltweiten Urteilen und Kommentaren in Millisekunden. Zugang zu allen Plädoyers von Staatsanwälten und Verteidigern. Die effizientsten, plausibelsten treten automatisch gegeneinander an. Kein Blättern im Blätterwald der roten Bücher. Das Urteil kommt postwendend aus dem OFF der KI/AI. Gerechter geht's doch nimmer. Und der Delinquent muss sich durch endlose multiple choice Fragebögen durch beantworten und seine Psyche wird parallel vom Gutachtersystem analysiert und mit millionen von Psychopaten und Asozialen verglichen. Wer das Ankreuzen verweigert landet in der vollautomatischen Verwahrung. Wer beim Psychotest durchfällt und für normal befunden wird, endet im vollautomatischen Strafvollzug. Hier muss er boolesche Algebra büffeln und wer sich quer stellt oder schlechte Noten hat, kriegt ein paar morgansche Sätze extra verpasst.

Und noch etwas geht mir durch den Kopf. Was wenn wir die Theologie mit KI/AI aufrüsten?

Predigt der gottgesandte Avatar womöglich die Religion zu Tode?

Wo war ich? Ah ja bei der natürlichen Intelligenz, der sogenannten Meinigkeit.

Wie in aller Welt wollen die Programmierer eine künstliche Intelligenz herstellen, wenn sie selber noch zur Kirche gehen, oder in die Moschee oder sonst in ein Etablissement, wo seit eh die artifizielle Intelligenz aus dem OFF regiert? In der Systemtheorie nennt man das so viel ich weiss: „selbsreferenzielles Feedback aus dem OFF“ - Ist es denkbar, dass ein christlicher Fundamentalist, der bei Google oder sonst einem Unternehmen programmiert, seinen Gott aussen vor lässt, wenn er sein künstliches Subjekt baut? Oder macht er dieses zum Atheisten, weil er denkt, der Avatar muss immer eine Stufe dümmer sein? Nur der Mensch glaubt an Gott, das Tier glaubt nicht. Gut, so genau weiss ich das natürlich auch nicht. Mein Hund glaubt auch an gewisse Dinge welche bei mir Fragen aufwerfen. Aber vielleicht kommt KI/AI selber auf den Geschmack. Was hat uns der Feuerbach gelehrt. “Gott ist der Spiegel des Menschen“. Was wenn der Avatar in den Spiegel guckt und plötzlich den lieben Gott entdeckt oder ausheckt?

Wie also soll die AI oder KI ausschauen? Was und warum und wohin wollen wir damit? Das weiss im Grunde niemand. Ein noch exakteres Nichtwissen herrscht bei dem Haufen Radiumatome vor, der sich nach der Halbwertszeit halbiert. Nach Ablauf einer Halbwertszeit ist die Hälfte der Atome zerfallen. Wohin der Abfall geht ist nicht Gegenstand meiner Gedankenspiele, es geht mir um die Tatsache, dass wir nicht wissen, welches Atom wann und warum zerfällt, warum es in dieser chaotischen Reihenfolge zerfällt.  Ist Chaos intelligent?
Es geht aber jetzt auch nicht darum, die Frage nach der Kausalität, oder gar der eines proton kinouns oder einer prima causa zu stellen. Es geht einfach darum, dass wir uns mit der Statistik der Quantentheorie abgefunden haben. Ich selber vor langer Zeit schweren Herzens musste das verstehen. Aber… habe ich lange Zeit insistiert…. Aber was? Das planksche Wirkungsquantum ist nun mal das kleinste Ding an sich, das kannst Du nicht auseinandernehmen, da sind keine Zahnräder drin, die die Plankzeit drehen. Scheisse, das verstehe ich nicht will ich nicht verstehen. Gott ist kleiner als dieses Plankscheisszeugs oder etwa nicht? Ich habe klein beigegeben. “Klein beigeben“ hat der Plank erfunden. -Während Radium zerfällt, gibt es andere Gebilde, die werden immer mehr. Etwa die Seerosen. Wenn ein Seerosenteich halb voller Blätter ist und wir wissen, dass sich die Blätter pro Tag verdoppeln, der Teich am nächsten Tag auf einen Schlag voller Blätter ist. Ja ich weiss, nicht die Seerose, sondern die Seerosenmetapher ist die “Lieblingsblume“ des Club of Rom. Die Metapher ist womöglich der social Firewall des analogen Zeitalters. Sie gibt vor aufzuklären. Wer indes eine Metapher versteht, ist im Grunde bereits aufgeklärt. Schlimmer ist, dass er durch das Wiederholen der Metapher eher abgeklärt wird oder wirkt.

Aber eben, man spricht ja heute von KI und AI. Von den Vorteilen und den Vorzügen und und und..

Klar sind diese Vorzüge plausibel und augenscheinlich. Gerade Sehbehinderte werden einige wieder irgendwie “sehen“ können. Extremitäten werden durch Prothesen ersetzt usw usw. Das sind alles tolle Sachen. Es gibt schon Beinprothesen die besser sind als unsere normalen Beine. Sie kosten zwar ein paar Millionen, aber immerhin, es gibt sie. Aber das ist ja noch nicht KI/AI. Das ist noch lange nicht „Dödel“- Escher-Bach.

Vor Jahren, als KI/AI nur das Steckenpferd von Insidern war, habe ich einmal einen Vortrag einer MIT Professorin gehört. Sie referierte über ihre Forschungsarbeit, das Brain Interface. Unter Interface konnte ich mir etwas vorstellen, hatte ich doch am damaligen Schweizerischen Institut für Nuklearforschung ein Interface basteln dürfen (wir bauten ausschliesslich Prototypen). Ein Interface, das eine PDP11 von DEC mit einer IBM S360 verband. Mein WG Partner und ehemaliger Kommilitone arbeitete in einer anderen Abteilung die schnelle Rechner baute, welche man zum auszählen von Pi Mesonen und anderen Tierchen verwendete, die von Photomultiplayern aufgefangen wurden. Dies, nachdem man Protonen auf einen rotierenden Grafitteller als Target geschossen und in Stücke geschlagen hatte. Mittlerweile denkt das CERN in Genf über einen neuen Ring nach, der um einiges grösser ist, als der LHC. Oh Urknall, du Mutter aller Knallköpfe! Denkt es mir ohne nachzudenken.

Ich muss mich erden. - Ludwig Marcuse hat in seinem Büchlein Amerikanisches Philosophieren, den Dichter Jonathan Edwards zitiert. Dieser fand poetische Worte für die Schönheit der Welt. Marcuse merkt an: Hinter dieser Schönheit verbirgt sich ein Gott von furchteinflössender Majestät.

Edwards: „Ich pflege oft zu sitzen und den Mond zu betrachten, und tagsüber verwandte ich viel Zeit darauf, die Wolken und den Himmel anzuschauen, und darin den süssen Ruhm Gottes zu erblicken , während ich mit leiser Stimme meine Kontemplationen über Gott, den Schöpfer und Erlöser sang. Und kaum etwas war mir so süss unter all den Naturgewalten als wie Donner und Blitz…. Ich hörte im Donner die schreckliche majestätische Stimme Gottes.“

Und nun Marcuse weiter: In denselben Jahren erfand, wie der Schweizer Philosophphie-Historiker Gustav Emil Müller kommentierte, Franklin den Blitzableiter. Soweit Marcuse.

Das ist ein Steilpass für mich. Prof. Gustav Emil Müller habe ich noch persönlich kennengelernt. Er hat mir stolz gesagt: „Auch ICH habe einige Bücher über Hegel geschrieben“. Das ist nun aus dem Zusammenhang gerissen, denn ich selber habe keine Bücher über Hegel geschrieben. Mitten im Gespräch, Gustav Emil sass in seinem grossen Ohrensessel, hat er sich zum Beistelltischchen gebeugt und ein Buch hochgehalten mit den markigen Worten. „Simone de Beauvoir, the other sex“! - Hätt nie dänkt, dass Frouä o chöi dänkä“

Ich habe mir gedacht, die Philosophie ist auf gutem Wege…

Oft fragt man sich, wenn man in den anglizistischen Raum blickt, wo ist jenes Mass an Pragmatismus geblieben, das einst diese Welt begleitete. Was hat das Fernsehen den Amerikanern gebracht? Die Antwort ist wohl: TV Prediger und Reklame.

Was wird ihnen oder uns die KI/AI bringen? Antizipieren Sie selbst.

K.C. Broom hat es in „Das Ganze ist das Dumme“ leider auf den Punkt gebracht. Man könnte sich ja einigen auf ein Gottesbild, das einen Teil des Satzes von Rudolf Otto weglässt, nämlich diesen hier: offenbart sich Gott als eine überwältigende Macht, vor der die Kreatur erschauert….

und man lässt den Nachsatz stehen:

…die als / (Gott ist) das ganz Andere (, das) die menschliche Vernunft transzendiert.

Nun das ganz Andere kann dann sein was es will, es ist ja das ganz Andere, also nie das, was wir als Menschen in ES hinein fabulieren. Gott könnte man sagen, ist die Unschärferelation per se. Er wäre dann jenes Kalkül oder jene Hypothese, welche sobald wir sie berühren, die andere ist. - Im Grunde komplett Wurscht. Ist mir zu blöd. - Warum soll ich als Brückenbauer für den Glauben dienen wo ich doch weiss, die einen haben einen Urknall, die anderen einen ohne Ur. Und noch etwas. An dieser Stelle werde ich mich weder über den “deus ex machina“, noch über Schutzengel äussern, denn das ist mir in einem Essay über KI/AI definitiv zu blöd.

Wo war ich stehen geblieben? Ah ja, bei der Frage ob künstliche Intelligenz überhaupt möglich ist, wenn natürliche noch nie vorhanden war. Und wir haben weiter oben gelesen, dass Hirnschwäche nicht als ICHstärke ausgegeben werden darf. Da wird es doch eng oder? Wir wollen etwas schaffen, das in gewissen Bereichen mehr kann, als wir selber (was schnell möglich ist wie wir wissen) und auf der anderen Seite, etwas, das uns ebenbürtig ist, etwas Intelligentes. - Wir müssen das ja an uns selber messen. Klar all zu gerne würden wir so etwas herstellen wie ein Zauberstäbchen. Das Zauberstäbchen braucht keine höhere Mathematik, keine Quantentheorie, und auch keinen lieben Gott und was das Allerwichtigste ist, keinen Aufwand. Gut Hokus Pokus müssen wir sagen und unseren Wunsch müssen wir gerade noch äussern. Ich würde da z.B. als erstes diesen Algorithmus wegzaubern. Ich würde zaubern: Lieber Zauberstab, zaubere für mich meine Wünsche und setze sie gerade um, ich werde mich melden, wenn es mir zu viel wird.

Zum Glück, das Zauberstäbchen ist nämlich eine Metapher, die herhalten musste, als KI/AI noch mit Relaisschaltungen oder am Zählrahmen vergeistigt wurde. Für alle, die es bereits vergessen haben: Der Flip-Flop ist keine Adilette. Der Flip-Flop speichert ldiglich

ein BIT. 1 oder O. Viele werden sich fragen, wie man ausschliesslich mit der Zahl 1 und der Nichtzahl 0 rechnen kann. Zugegeben, das ist schon etwas mysteriös. Man kann aber. Glauben Sie es mir ganz einfach und fragen Sie nicht nach. Sie stellen ja auch keine dämlichen Fragen, wenn Sie telefonieren oder? Oder frage Sie ihr Handy, warum telefoniert es dir überhaupt? Es ist doch wie mit dem lieben Gott, - we know, it works, oder?

Was ich eigentlich sagen wollte. Warum quasseln nun viele Intellektuelle urplötzlich über künstliche- und nicht über die fehlende natürliche Intelligenz? Ganz einfach, warum soll eine Spezies, die ihren hochgezüchteten Rasen nicht mehr selber mähen will auch noch selber denken? Das wird der Hirnmäher mit seinem neuromorphen Chip doch für sie auch, oder sogar besser erledigen können, oder?

Wie sagte schon der Mainzer: Bevor ich mich aufreg, ist es mir lieber egal. -