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Foltertourismus mit der CIA-Air
Für Maher Arar, der als Jugendlicher von Syrien nach Kanada einwanderte, sollten es die zwölf schlimmsten Monate seines Lebens werden. Beruflich in der USA unterwegs wird Arar verhaftet und ins New Yorker Stadtgefängnis überführt. Der Vorwurf: Al Quaida-Kontakte. Isolationshaft wie ein Schwerverbrecher, stundenlange Verhöre - ohne Anwalt. Der Geschäftsmann beteuert seine Unschuld. Doch man glaubt ihm nicht. Schließlich die Drohung, man werde ihn nach Syrien ausweisen, ein Land, das er 15 Jahre nicht mehr gesehen hat. Mitten in der Nacht verfrachtet man den kanadischen Geschäftsmann mit verbundenen Augen in einen Privatjet, mit dem die US-Regierung Menschen ganz gezielt in Folterstaaten abschieben lässt. Das Ziel: Die syrische Hauptstadt Damaskus.
Robert Baer, ehem. CIA-Agent: "Seit dem 11.9. hat sich einiges geändert. Wir Amerikaner hatten ja keinerlei Erfahrung mit Folter und all diesen Dingen. Es war illegal vor dem 11. September und rein rechtlich gesehen ist es das heute wohl auch noch. Wenn man also erfahrene Verhörbeamte braucht, um den Willen eines Menschen zu brechen, dann schickt man ihn eben woanders hin; nach Jordanien, Saudi-Arabien - oder nach Syrien. Es war der Präsident der Vereinigten Staaten, der die CIA ermächtigt hat, solche Verschleppungen durchzuführen. Es gibt da eine grobe Regel: Wenn du eine Person in den Verhören ein bisschen härter ran nehmen willst, schickst du sie nach Jordanien. Wenn du sie verschwinden lassen willst, schickst du sie nach Ägypten. Oder nach Syrien. Mister Arar kann von Glück sagen, dass er da lebendig herausgekommen ist."
Maher Arar ist seit einigen Monaten wieder in Freiheit. Seine Unschuld steht fest. Jetzt will er die US-Regierung verklagen. Weil er nicht will, dass anderen Ähnliches widerfährt wie ihm.





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