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Das Interview zwischen Silvio Berlusconi und Lucia Annunziata im Talk Mezz’ora RAI-tre

Miracolo di Milano

oder "Ich sage Ihnen, was Sie mich fragen sollen!"

a.f. grazi
Oh Italia! Wer liebt dich nicht, Land wo die Zitronen blühen. Miracolo di Milano, Ladri di Biciclette, de Sica, Pasolini, Fellini, Visconti und wie sie alle heissen. Aufgewachsen mit dem italienischen Neorealismo, Ferien in der Toscana, die Etrusker, die italienische Renaissance, die Verkündigung von Fra Angelico in Cortona, die Arena von Verona und die italienische Oper, Stimmen, Renata Tebaldi, Giuseppe di Stefano, Papa Pavarotti, „film della mafia“ Damiano Damiani, Francesco Rosi, Pasquale Squitieri, das Rom der Cäsaren, der Duce...

Gäbe es diesen Silvio Berlusconi nicht, man müsste ihn erfinden. “Ich sage ihnen, was sie mich fragen sollen.“ – “Ich sage dem Volk, was es zu denken hat.“ Ich Silvio, der Geliftete von Gottes oder wenigstens Kardinal Siris Gnaden, der Aalglatte, der durch und durch Liberale, der nur tut und sagt was ER will. Basta! Und wer nicht so denkt wie ich ist links und sollte sich schämen! (Früher hiess das: “Rübe ab“ und nicht “sollte sich schämen“).

Bin ich links, frage ich mich? Was meint er damit? Ja vielleicht, ich denke sozial, vielleicht bin ich links, was soll’s. Aber eigentlich hasse ich dieses Schema, möchte lieber vertikal sein, wie Walter Mehring zu sagen pflegte. Silvio der Medienzar, Besitzer der öffentlichen Meinung. Plötzlich sehe ich die Mehrheit der Italiener und Italienrinnen vor mir. Sehe sie, seine Wähler und Wählerinnen vor mir, wie sie genau wissen wie und was er denkt. Diese geistige Symbiose zwischen Vordenker und Nachdenkenden oder besser Hinterherdenkenden ist zwar nicht neu und relativ einfach zu erklären, aber trotzdem immer wieder ein Miracolo di Milano.

Als Frau widert er mich an, sein arschglattes Gesicht, sein: “Ick find mir so scheen, ick kennt mir stundenlang selber nachloofen“, unvorstellbar. Aber als Sohn, als irgendwie doch ein wenig missratener Sohn, der der Mamma gefallen will, der ihr zeigen muss, dass er es zu etwas gebracht hat, da kommt etwas wie latente Mutterliebe bei mir auf, ja, Mutterliebe und Mitleid, irgendwie ist es Mitleid...

Und hat er doch überall Freunde. Sogar in England wie man diese Tage vernimmt. Echte wahre Freunde, die für ihn durchs Feuer gehen. Je mehr ich über ihn nachdenke, verliere ich den Boden unter den Füssen und gerate in den Sog dieses Pop-Positivismus von Silvio. Sein: “Machen sie es wie ich, verdienen sie einfach viel Geld.“ Einleuchtend, das versteht nun jedermann. Super Rezept. Von Fra Angelicos Erzengel zu Silvio Berlusconis Verkündigung ist es nur noch eine Feinunze, dem Mass für Reichtum und Nähe.


Letzter Part des Interviews 10 Minuten vor Schluss der 30 Minuten

(er)Lassen Sie mich etwas sagen, was die Wähler interessiert.

(sie)Non, non, non .....

(er)Nein , ich sage Ihnen was Sie mich fragen sollen.

(sie)Ich möchte eine der wenigen sein, die es schafft ihnen eine Frage stellen zu können und nicht bloss zuzuhören.

(er)Sie tun mir jetzt den Gefallen und hören zu, sonst stehe ich auf und gehe, klar? Sie haben mich etwas gefragt und ich bestehe darauf zu antworten.

(sie)Dass Sie aufstehen und gehen können sie hier nicht bringen.

(er)Ich stehe auf und gehe. Das wird ein Fleck bleiben in Ihrer beruflichen Karriere.

(sie)Sie haben mir nichts zu sagen.

(er)Sie mir auch nicht.

(sie)Es gibt Regeln beim Interwiew. Bitte drohen Sie nicht einfach davonzulaufen.

(er)Ich sage was ich will und sie haben mir nicht das Wort zu verbieten.

(er)Das zeigt, dass Sie links sind.

(sie)Sie können nicht die Regeln machen.

(er)Ich bin liberal und entscheide nur für mich.

(sie)Sie sind es nicht gewohnt zu diskutieren.

(er)Also gut, auf wiedersehen (steht auf und gibt ihr die Hand und tritt ab).

(er)Sie haben gut gezeigt wie ein Person mit Vorurteilen funktioniert, und die links steht.

(sie)Sie wissen nicht wie man mit Journalisten redet.

Er ist schon aus dem Blickfeld der Kamera und man hört ihn noch sagen:

(er)Kontrolliere eigentlich ich die RAI?

Berlusconi der Sohn eines Bankangestellten studiert Rechtswissenschaften und schließt das Studium 1961 mit dem Staatsexamen ab. Seine erste Stelle hat er bei dem Bauunternehmen Edilnord. Kurze Zeit später gründet er sein eigenes Unternehmen, "Mailand 2". Anfang der 70er Jahre nimmt er Kontakt auf zu Bettino Craxi von der Partito Socialista Italiano (PSI) und gehört bald zu dessen engeren Kreis.[1] Sein Unternehmen konzentriert sich auf die Errichtung von Wohn- und Gewerbeanlagen. Dem Großkomplex "Milano 2" folgt "Milano 3" und "Il Girasole". Zu seinen Förderern zählt Kardinal Guiseppe Siri, ein erbitterter Feind der Mailänder Linken.

Sein Eintritt in die Geheimorganisation Propaganda Due (P2) ist belegt mit dem 26. Januar 1978. Innerhalb der Organisation des Mussolini-Anhängers und Hitler-Kollaborateurs Licio Gelli wird Berlusconi der "Gruppe 17" zugeteilt. Wie weiters aus den Unterlagen der parlamentarischen Untersuchungskommission hervorgeht, hatte Berlusconi die Mitgliedkartennummer 1816 und den Code "E 19 78". Als Beitragssumme ist auf der Mitgliedskarte 100.000 Lire vermerkt. Der P2 gehörten führende Militärs, Polizeioffiziere und Wirtschaftsführer an, die einen "Golpe bianco", einen "weißen Staatsstreich" durch Unterwanderung planten, aber auch an mehreren Terrorakten (z.B. das verheerende Attentat von Bologna) beteiligt waren. Außerdem pflegte man vielerlei Verbindungen zu Geheimdienstkreisen.

Genau genommen sind Berlusconis Medienunternehmen ein permanenter Verstoß gegen das europäische "Anti-Trust-Gesetz", das den Anteil eines Unternehmens landesweit auf 16 Prozent beschränkt.

(Quelle lexikon.idgr.de)

Auktionsrekord: Das Sehnaher Auktionshaus Bertram und Söhne verzeichnet einen neuen Rekord.

Rudi Schärs Seiten (ein frühes WEB Kunstwerk des Sehnahers) wechselt für 650'000.- HUS den Besitzer. Das Werk wurde von einem deutschen Industriekaufmann erworben, dessen Namen von Bertram nicht genannt wurde. Das Werk ist allgemein zugänglich unter http://www.habalukke.ch/seiten/seite1.html