<font size="1" color="#cc3a1e">Beispiel: Uhrzeit anzeigen</font>

Documenta Mori

A.F. Grazi

Die Galerie Bertram an der alten Hafenpromenade eröffnet zeitgleich mit der Documenta 13 die Ausstellung “Documenta Mori“ von Rudi Schär. Schär präsentiert seine “D-L-i-P-T-S“ (Double-Lens-i-Pola-TV-Stills). Die Bilder sind urheberrechtlich umstritten, da Schär mit dem i-Pad die TV Mattscheibe fotografiert. Schär widerspricht sich zuweilen selber, wenn er erklärt, dass er lediglich seinen blöden Fernseher fotografiere und doch nicht dafür verantwortlich sei, was für ein Schwachsinn die gerade brächten, wenn er abdrücke: Inhalte seien ihm scheissegal, er sei doch kein billiger Appropriation Künstler. An anderem Ort verkündet er aber, er habe vor dem TV Gerät den Schnappschuss wieder entdeckt. Die vorliegende Serie hat er ausschliesslich während einer DOK Serie über die Documenta in Kassel fotografiert. Was interessant ist an den Bildern: Einerseits verwendet er das Ap “schakelt Photo“, welches Polaroidfotos imitiert. Die Belichtung ist entsprechend kontrastreich, andererseits entsteht beim Fotografieren des Screens ein Moiré-Effekt, welcher auf gewissen Portraits eine reinste “Kriegsbemalung“ entstehen lässt. Das mache die Bilder einzigartig, so Schär. Zeugen bestätigen, dass Schär in der Tat nur Schnappschüsse verwendet. Er arbeitet nicht mit aufgezeichnetem Material. Die Ausdrucke sind auf Alu aufgezogen und sehen wie grossformatige Polaroidfotos aus. Der Titel “Documenta Mori“ ist eine Anspielung auf das Memento Mori, welches im Mittelalter wahrscheinlich auf das „Memento moriendum esse“, Bedenke, dass Du sterben wirst, zurückgeht. Schär dazu: “Auch für die Kunst gibt es kein ewiges Leben.“ Neben der neuen Documenta Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev, sind auch ihre Vorgänger Catherine David und Roger Bürgel, aber auch Künstler wie Thomas Hirschhorn, Mario Merz, Joseph Beuys, Carsten Höller und Ai Weiwei zu sehen. Schär hat schon einmal eine Documentaserie vorgelegt. Damals an der Documenta 10 hat er mit einer Fuji Halbformatkamera und einem Ilford F5 Film fotografiert. Die Negative hat er eingescannt und die Bilddateien mit einem Tintenstrahldrucker ausgedruckt. Korn Pixel und Druckerspuren haben die Bildaussage ähnlich wie bei den “D-L-i-P-T-S“ kausal beeinflusst.


S