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2. April 2011

Bolar fordert Europa auf: 2/3 Mehr für die Büchse der Pandora einzuführen

Schlimmer als Cäsium und Plutonium sind die Lügen*

Enza Borlier : Bericht aus der Schweiz

Seit 2009 sind in Sehnah für sogenannte "Nichtversicherbare Hochrisikotechnologien" ein qualifiziertes Volksmehr von 2/3 der Stimmen notwendig. Präsident Bolar fordert die westlichen Industrienationen auf, dieses Gesetz ebenfalls einzuführen. Bei indirekten Demokratien müssten 2/3 der Parlamentarier zustimmen.

e Gov Republik Sehnah

Wer Medienberichte analysiert und sich mit Politik befasst, muss immer die Plausibilitäts- und die Machtfrage stellen.

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexico ist für die meisten Leute längst Geschichte, überwuchert von weit schlimmeren Nachrichten. Kommt hinzu, dass die frischen Nachrichten immer die schlimmsten sind und je näher das Unglück vom Empfänger der Nachricht entfernt ist, umso grösser fällt die Betroffenheit und die Nachhaltigkeit aus. Das Bohrturmdesaster ist laut BP-Sicherheitschef Mark Bly auf Insgesamt acht Ereignisse, Fehler und Gründe, die zu der Katastrophe geführt hätten, zurückzuführen. In Überlingen, als zwei Flugzeuge zusammenstiessen, war ebenfalls eine „unwahrscheinliche“ Kette von Ursachen der Grund.

Kürzer als die Halbwertszeit von Cäsium ist die Halbwertszeit des kollektiven Gedächtnisses. (K.C. Broom).

Die Demokratie stösst da an Grenzen, wo ein Sachverhalt vom einzelnen Stimmbürger nicht mehr selber nachvollzogen werden kann und er die Beurteilung bestenfalls an Experten delegiert, welchen er vertraut und deren Meinung er dann wiedergibt auf seinem Stimmzettel. Nehmen wir nun zum Beispiel den Schweizer Politiker und Verwaltungsratspräsidenten der BKW (Bernische Kraftwerke) Urs Gasche, der schon vor der japanischen Tragödie vehement als Sprachrohr für die Schweizer Atomlobby auftrat. In ihm haben wir ein gutes Beispiel eines “Wiederkäuers“ und Abhängigkeitsrhetorikers vor uns. Gasche ist von Haus aus Jurist und weit davon entfernt ein Fachmann zu sein. Gasche ist aber Politiker und Politiker sind in den meisten Fällen ihrerseits schon Wiederkäuer. Die Spezialisten, in der Atombranche werden es immer weniger, sind Systemgebunden und haben den Zweckoptimismus de facto im Pflichtenheft, oder bildlich gesagt, der Hund beisst nicht die Hand die ihn füttert und er scheisst nicht da wo er frisst.

Die Tatsache, dass Grosstechnologien wie Kernkraftwerke aus einem Netzwerk von Teilsystemen bestehen, macht eine Berechenbarkeit von Restrisiken fast unmöglich.

Das blinde Vertrauen, das eine Bevölkerung an seine Spezialisten und Politiker delegiert, um dann im Ernstfall empört über diese herzufallen, ist typisch für die Unmündigkeit einer hoch technologisierten Gesellschaft. Wenn der FDP Politiker Filippo Leutenegger sagt, eine Gesellschaft müsse Nutzen und Risiken abwägen und sich entscheiden, hat er natürlich nicht unrecht, doch wie soll sich eine blinde Masse entscheiden, ob sie für blau oder für gelb ist? Jeder ist sich selbst der Nächste und messbar ist in erster Linie das Budget jedes einzelnen Bürgers.

Eine Kernschmelze in einem Schweizer Reaktor kann das Ende der Schweiz als Staat bedeuten.

Dass Parteien wie die SVP auf dieser Technologie beharren, zeugt davon, dass ihre Politiker den Dienst des Wasserträgers sehr gut verstehen. Die SVP Parteibonzen können sich auf ihre Stammwählerschaft verlassen. Hier setzt man gezielt populistisch auf Bauernschläue und Zweckoptimismus. Dass das Restrisiko in Sachen Kernkraft das Ende der doch so geliebten Schweiz bedeuten kann, wird beflissentlich unter den Tisch gekehrt, die Politiker lenken ab mit der üblichen Links-Grün-Polemik. Bürgerliche Rhetorik bringt immer wieder die Beispiele der Einsprachen in Sachen Wind- und Wasserkraft. Doch kann man diese Parole so lesen, dass wenn die Linken und Grünen Einsprachen gegen solche Projekte lancieren, die logische Folge ein Ausbau/Erhalt der Kernkraft bedeuten? Sicher nicht, hier muss sich in der Tat die Gesellschaft entscheiden.

Wissenschaft in der Zwickmühle.

Vor über dreissig Jahren wurde im damaligen SIN (Schweizerisches Institut für Nuklearforschung) dem heutigen PSI (Paul Scherrer Institut) eine Unterschriftensammlung gegen AKWs durchgeführt. Viele der namhaften Wissenschaftler haben gutgläubig und aus Überzeugung ihre Unterschrift gegeben. Als dann durch die Tagesschau publik wurde, dass der Unterschriftensammler ein Physikerkollege war, welcher der marxistischen Liga, einer Spaltgruppe der PdA angehörte, war der Skandal perfekt. Es war kalter Krieg und die Tatsache, dass Marx die Hand im Spiel hatte, überlagerte die Tatsache, dass namhafte Physiker und Ingenieure sich gegen die Atomkraft aussprachen. Marginalisierung und Fichierung waren die Folgen von solchen demokratischen Aktionen. Wenn politische Meinungsäusserung zu solchen Konsequenzen führt, dann sind dies Auswüchse, die im Normalfall einer Diktatur zugeschrieben werden. Auch wenn im SIN keine Reaktorforschung betrieben wurde, diese fand im EIR (Eidgenössisches Institut für Reaktorforschung) heute ebenfalls PSI auf der anderen Aareseite statt, hatte man Erfahrung mit komplexen Systemen, deren Anfälligkeiten und allem voran mit Nukleartechnologie. Natürlich haben nicht alle unterschrieben, einer davon ist in der Folge Sicherheitschef im AKW Mühleberg geworden.

Der Schweizer Nationalrat, Chemiker und Atmosphärenwissenschafter Martin Bäumle hat in einer Arena-Sendung des Schweizer Fernsehens mit Recht die Wahrscheinlichkeits- und Restrisikoberechnungen in Sachen Kernkraftwerke in Zweifel gezogen.

Eine Berichterstattung von Regierungen die Fakten verschweigt entmündigt den Bürger.

Die intransparente und verlogene Berichterstattung und die parallel einsetzende Schuldzuweisungsorgie, die fast immer abgeht, wenn etwas eintrifft, das im Grunde unwahrscheinlich ist. Hier erlebt man dann die wahren Gesichter der Verantwortlichen.

Liste der Themen im Zusammenhang mit Atomstromgewinnung

Die folgende Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll nur aufzeigen, wie komplex die Matrix wird und wie viele Parameter zu einer Risikoberechnung herangezogen werden müssten. Man kann dazu nur eines sagen, nicht ein Vorfall ist fast unwahrscheinlich, sondern ein annähernd plausibles Resultat ist so zu sagen unwahrscheinlich. In Sachen Technologiegläubigkeit ist leider oft der Wunsch der Vater des Gedankens.

Brennmaterial

- Urangewinnung (Verseuchte Herkunftsgebiete, (z.B. Majak ) hohes Krebsvorkommen)

- Peak Uran (Uranreserven noch ca. 50 Jahre)

- Uran (Abhängigkeit vom Ausland, die ja die SVP nicht will)

Betriebs(rest)risiken AKW:

- Terroranschläge

- Flugzeugabstürze Kamikaze: Auch wenn die Kaverne einem Absturz standhält, wird der Feuerball die Nebengebäude mit den Steuereinheiten und Subsystemen derart zerstören, dass das Ganze ähnlich wie in Fukushima ablaufen könnte. Der Topf würde dann von innen heraus gesprengt. Der Betonmantel wäre dann nichts weiter als der Splittermantel bei einer Handgranate.

- Erdbeben

- Zusammenbruch Stromnetze (Fall CH/Oberitalien)

- Multiple technische Störungen

- Austritt von Gasen, Brände, Explosionen an kritischen Positionen.

- Ressourceneinsparungen (Stress) menschl. Versagen

- Fehlerunfreundliche Systeme Stress) menschl. Versagen

- Interner Amoklauf eines Stakeholders, Stress, Psychose etc.

- Ein AKW kann nicht wie eine Lampe abgestellt werden

- Servicearbeiten sind notwendig um Alterungsprozesse zu reduzieren. In Servicearbeiten können sich aber auch “Kunstfehler“ einschleichen.


Uran und Plutoniumhandel

- Waffenfähiges Plutonium in falschen Händen.


Entsorgung

- Lagerung der ausgebrannten Brennstäbe

- Transport und Endlagerung der radioaktiven Materialien

- Wiederaufbereitung des Brennmaterials

- Der Abbau eines Atommeilers kostet Milliarden


Folgen bei einem GAU/Supergau

-. Opfer s. Tschernobyl und bald auch Fukushima

- Ein Heer von Todeskandidaten wird zur Selbstaufgabe verpflichtet!

- Unbewohnbarkeit der Gegenden um eine Havarie auf unbestimmte Zeit

- Verseuchter Boden Lebensmittel/Grundwasser

- Globaler Fallout

- Spätschaden Mutationen Krebs etc.

- Abwälzung der Verantwortung.

- Mühleberg, Beznau etc. liegen an der Aare. Abfluss des Kühlwassers à la Fukushima, die Radioaktivität wird so durch das ganze Land hinunter ans Meer transportiert.

- Für eine Wiederaufbereitung dürften die Brennstäbe zu beschädigt sein, ihr Transport an andere Orte auf enormen Widerstand stossen.


Sicherheitskonzepte ungenügend:

- Liquidatoren (Haben diese Leute eine Unterschrift gegeben, erhalten sie Gefahrenzulagen?)

Z.B. Betriebsfeuerwehr 90 Mann, Berufsfeuerwehr Stadt Bern 80 Mann mit spez. Ausbildung, dann Feuerwehr - Köniz, Militär usw.

- Weiss die Bevölkerung, dass der Regierungstatthalter Leute aufbieten kann?

- Es fehlen Sonden/Geigerzähler, die direkt am Internet von der Bevölkerung abgelesen werden können.

In Tschernobyl wurden zwischen 50-80'000 Leute “geopfert“.

Informationspolitik

- Keine Transparenz bei GAU (man kann dem Volk, der Bevölkerung die Wahrheit nicht zumuten, Beispiel Fukushima, Tschernobyl usw usw.)

- Schwarzpeterspiel zwischen Regierung und Stromproduzenten.

- Die Aussage der USA bezüglich der Aufnahmen/Messungen der Drohne, man hoffe, dass die Resultate auf einem Fehler beruhen, sagt im Grunde alles. Man weiss längst was sich abspielt.

- Zynischer Heldenmythos

- Die Verantwortlichen gehen nicht vor Ort!

- Falsche Strahlenmessung durch TEBCO ist ein Hohn. Ein Betreiber, der nicht messen kann, darf auch nicht betreiben. Bewusste Falschangaben sind hoch kriminell.


Daraus folgt die Nichtversicherbarkeit von AKW Katastrophen.

Die logische Konsequenz aus dieser Gesamtschau ist , dass der Begriff Restrisiko ein Euphemismus ist.

Für nicht versicherbare Hochrisikotechnologien sollte ein gesetzlich verankertes qualifiziertes 2/3 Mehr entscheidend sein, dann könnte man annähernd davon sprechen, dass die Gesellschaft die Verantwortung übernimmt, wie Filippo Leutenegger fordert.


*(Ausspruch der Verwaltungsangestellten Alla Yarochinskaya welche nach der Perestroika die unter Verschluss gehaltenen Akten von Tschernobyl fand. Quelle: Die wahre Geschichte von Tschernobyl DOK-Film)